Heute spreche ich mit der Sichtbarkeitsmentorin für (leise) Unternehmerinnen Christina Jokilehto

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Andreas:
Hallo Christina, Du beschreibst dich als introvertierte Person und arbeitest im Marketing. Wie kommt das?
 
Christina:
Ja, wie kommt das? Was war zuerst da? Die Henne oder das Ei? Ich glaube, das hat sich so ergeben, weil ich sowohl natürlich diese introvertierte, leise Seite schon immer hatte, aber gleichzeitig auch sehr kreativ interessiert war und das Thema Psychologie des Menschen mich schon immer fasziniert hat. Und beides, zumindest damals, als ich anfing zu studieren, fand ich für mich so im Marketing wieder. Also sowohl wie verstehe ich die Menschen besser, wie sie ticken, wie sie reagieren, als auch eben diese kreative Seite des Marketings. Das hat mich trotz meiner Introversion und Schüchternheit damals angesprochen.
 
Andreas:
Das heißt nicht dieses laute, wie es am Ende nach außen gebracht wird, sozusagen, wie es leuchtend an der Hauswand steht oder große plakative Sprüche, sondern eher der Mensch als solches war das, was dich damals schon angezogen hat?
 
Christina:
Absolut, Ja.
 
Andreas:
Wie hast du deinen Weg zum leisen Marketing gefunden?
 
Christina:
Ja, das war ein bisschen auf Umwegen, muss ich sagen. Also, ich arbeite jetzt seit ungefähr 20 Jahren im Marketing. Man darf das gar nicht so laut sagen. Und ich komme natürlich aus dem klassischen Firmen Konzern Marketing, wo man so einfach nach Vorgabe arbeitet. Da gibt es die Strategie des Unternehmens. Damit  muss man umgehen und ist eigentlich eher im Hintergrund. Die spielt die eigene Persönlichkeit sagen wir mal eine herunter gesetzte Rolle. Und als ich mich dann selbstständig gemacht habe vor ein paar Jahren, stand ich natürlich für mich selbst und musste meine Persönlichkeit natürlich nach außen bringen. Und ja, klingt doof, aber mich selbst und meine Persönlichkeit verkaufen. Und habe dann relativ schnell gemerkt: Hui, das ist aber laut hier. Ja also, da haben mir meine Jahre im Konzern Marketing gar nicht so viel gebracht, weil ich plötzlich ja kein Produkt mehr hatte oder kein Logo, hinter dem ich mich verstecken konnte, sondern das war ja ich mit meiner leisen Persönlichkeit, die ich ja immer noch hatte und habe dann so auf Social Media relativ schnell gemerkt: Nee, also so will ich das nicht, dieses laute Getrommel und ständig präsent sein und Nabelschau machen. Und so weiter. Das war mir alles ein bisschen zu laut. Und habe dann natürlich irgendwo auch gemerkt, wenn ich mich mit anderen ausgetauscht habe: Moment mal, das geht ja einigen so und habe dann für mich nach und nach einen Weg gefunden, wie ich das Wissen, was ich ja hatte, so umsetzen konnte, dass es eben zu meiner Persönlichkeit passt und fing dann eben auch Schritt für Schritt an, das an andere weiterzugeben.
 
Andreas:
Danke dir. Was ist der Unterschied, sag ich mal, zu diesem lauten „Ich bin so geil Typ und ich mach dich reich über Nacht“. All diese ganzen Dinge, die wir ja so kennen, wo sich dann der coole Junge mit seiner dicken Uhr an seinen vermeintlichen Ferrari anlehnt. Ob es seiner ist, sei dahingestellt. Also was ist für dich der große Unterschied?
 
Christina:
Der große Unterschied ist wirklich der Fokus auf den Menschen gegenüber, also dass man erstmal schaut, mit wem habe ich es denn zu tun? Wer ist mein Wunsch Kunde, Mein Wohlfühl-Kunde sage ich auch immer gerne. Was braucht dieser Mensch von mir? Und das braucht natürlich sehr viel Empathie und Einfühlungsvermögen. Aber es ist einfach etwas, was jegliche Trends überlebt. Also ich hab natürlich in diesen 20 Jahren schon so einiges kommen und gehen sehen. Was aber immer gleich bleibt, ist einfach der Mensch und seine Bedürfnisse. Der Mensch und seine Wünsche und dieser große Wunsch gesehen zu werden vom Gegenüber. Und das kannst du natürlich im Marketing wie bei dir auch im Verkauf, relativ gut erreichen durch Text, durch Bild, durch Farben. Also da gibt es unheimlich viele Anknüpfungspunkte, wie du Menschen in ihrem Inneren erreichst. Und das ist, glaube ich, der große Unterschied. Weg vom „Hoppla hier komm ich, guck mal, was ich zu bieten habe“ hin zu „Moment mal, wer bist du denn? Und passen wir denn zusammen?“ Also das ist auch für mich so die Quintessenz des Marketings. Es geht nicht um dieses Verkaufen im Marketing, sondern es ist wirklich ein Abchecken. „Na, wer bist du? Wer bin ich? Und passen wir zusammen“. Das ist eigentlich das.
 
Andreas:
Danke für die perfekte Überleitung. Ja, wer ist Christina? Warum tust du was du tust? Was muss man über dich wissen außer sage ich jetzt mal der Business Komponente.
 
Christina:
Ja, Ja. Also neben der 20 Jahre Marketing Frau, bin ich wirklich so der typische, ruhige, sensible Mensch, wie man ihn sich vorstellt. Also schon immer gewesen, schon zu Schulzeiten eher ruhig, mich kaum getraut mit älteren Mitschülern zu sprechen. In der Gruppe immer ganz zurückhaltend. Also noch auf meinem Abitur Fotos siehst du, ich kann noch nicht mal in die Kamera gucken. Aber gleichzeitig war ich schon immer ein Bühnen Mensch. Das liegt so ein bisschen in meiner Familie. Also die ganze Familie meines Vaters sind Bühnen-, Theater- und Filmleute. Und ich habe das ein bisschen in den Genen und wollte das aber auch immer rausbringen, trotz meiner Schüchternheit. Und ich glaube, das ist so was, was ich heute sehr gut vereinen kann in meiner Aufgabe als Sichtbarkeits-Mentorin und Marketing-Mentorin. Und das prägt mich so ein bisschen. Ich bin zwar leise, aber ich finde Wege, das auf schöne Art nach draußen zu bringen. Also nicht leise und verstecken, sondern leise nach außen bringen. Ansonsten bin ich leidenschaftliche Mama und sehr, ich sage mal, Nomadenhaft unterwegs gewesen. Die letzten 15 Jahre sehr viel in Europa unterwegs gewesen, was natürlich mich auch noch mal als introvertierter Mensch immer wieder vor Herausforderungen gestellt hat, die ich lösen musste. Was mich auch sehr geprägt hat natürlich heute.
 
Andreas:
Danke dir für den Einblick. Jetzt hast du diese zwei Facetten in dir besprochen, sozusagen. Einerseits dieses Ruhige, Introvertierte und auf der anderen Seite, ich sage jetzt mal dieses Familiäre, diese Bühnen-Menschen? Verstehst du dich dann eher als die Inszenierende, sozusagen im Sinne von „Wie schaffe ich quasi auch einen Sog in der so wichtigen Lead Generierung zu gewinnen oder zu schaffen“, so dass du deinen Kundinnen und Kunden helfen kannst, wie werden Sie angesprochen? Also statt Sogverkauf sozusagen dieses Sog-Marketing zu erzeugen? Weil du eben auch verstehst, wie Bühne funktioniert, auf der einen Seite aber, weil du auch diese emotionale Welt dahinter verstehst.
 
Christina:
Ja, ja, inszenieren finde ich ein sehr schönes Wort. Das merke ich mir mal, weil ich glaube, das passt ganz gut. Also, ich bin in meinem Job eigentlich nicht die Person, die irgendwelche Vorgaben macht, die sagt „Mach so und dann klappt’s“ oder „wir pressen dich jetzt in diese Schablone und dann funktioniert das alles“. Bei mir ist es wirklich so, dass ich sehr viel wahrnehme. Also das ist glaube ich auch so eine schöne Seite des Introvertiert-Seins, dass man einfach sehr viel wahrnimmt an anderen Menschen und dann relativ schnell merkt, wo könnte die Reise denn hingehen und welche Stellschräubchen müssen noch gedreht werden, damit eben dieser Sog entsteht und die Person leuchten kann? Also mein Mentoring nennt sich ja auch Hidden Gems Mentoring, also diese versteckten Juwelen, die eigentlich leuchten wollen, aber es noch nicht schaffen und eben dieses Leuchten rauszukitzeln, das finde ich eine unheimlich schöne Aufgabe in meinem Job.
 
Andreas:
Das heißt im Endeffekt ist dein Business so ein bisschen zweigeteilt im Sinne von einerseits erst mal den Menschen kennenlernen, verstehen, vielleicht auch noch die Talente noch mehr zu Tage zu legen, sozusagen die Diamanten ausbuddeln, so dass die Person vielleicht selber noch mehr sich zutraut, Zweifel ablegt, Glaubenssätze überwinden kann und auf der anderen Seite dann sich gemeinsam zu überlegen, wie schaffen wir es eben mit diesen individuellen Fähigkeiten dann eine Sichtbarkeit zu erzeugen, die diesen Sog erzeugt?
 
Christina:
Genau. Genau. Also einmal diese individuelle Strahlkraft natürlich, diese individuellen Stärken herausarbeiten und das dann wieder zu matchen mit dem, was ich vorhin sagte: Was braucht denn mein Gegenüber? Da ist man da, wo diese diesen Link erzeugt, auch.
 
Andreas:
Welche Rolle spielt Intuition für dich?
 
Christina:
Eine sehr große, glaube ich. Also mir war das lange nicht so bewusst, weil ich eben auch eher so der nachdenkliche Typ war und hin und her und so die typischen Wellenbewegungen: mach ich’s, mach ich’s nicht. Aber je länger ich einerseits selbstständig bin, auch älter werde und ich glaube auch einfach meine Mutterrolle, haben da unheimlich viel beigetragen die letzten Jahre, dass ich sehr viel über Intuition entscheide. Genau.
 
Andreas:
Was ist für dich beim leisen Marketing so besonders oder wichtig? Was ist das, was dich fasziniert? Immer wieder in der Zusammenarbeit mit deinen Kunden?
 
Christina:
Was mich fasziniert, ist wirklich, wie viel Potenzial da ist und also faszinieren in jede Richtung. Weil ich oft denke Mensch, wo warst du denn die ganze Zeit? Ja, wieso bist du denn noch nicht da? Weil es sind wirklich teilweise so tolle Menschen, die so viel zu sagen hätten, die so viel zu geben hätten. Und sie halten sich zurück aus falsch verstandener Bescheidenheit, aus Glaubenssätzen, die sie zurückhalten, aus Perfektionismus, diesen ganzen Themen, vor denen wir ja alle nicht gefeit sind. Aber ja, das ist so schade, weil da sind wirklich solche Schätze dabei und das fasziniert mich immer wieder, wenn man diesen Menschen, da sind wir wieder bei der Bühne, wenn man denen eine Bühne gibt, was da entstehen kann, das ist schon toll.
 
Andreas:
Also ich erinnere mich jetzt so, wie du es bei dir zur Schule beschrieben hast, so war es bei mir auch. Während ich noch überlegt habe: Kann ich das jetzt? Kann ich das nicht, will ich das? haben sich schon drei andere gemeldet und der Job war vergeben. Aber auf der anderen Seite sind es dann halt doch die oft eher unscheinbaren, vermeintlichen Leisen sozusagen, die so viel zu sagen haben und dann halt nicht gehört werden. Das heißt, das ist ja im Prinzip das Schöne für dich heute, dass die dann doch Gehör finden. Was macht das mit dir, wenn es dir gelingt?
 
Christina:
Es ist unheimlich bereichernd und vielleicht auch ein bisschen therapierend für mich selbst, weil ich natürlich selbst diese Person war. Und ich freue mich einfach, dass ich da für mich selbst einen Weg gefunden habe, damit umzugehen und anderen helfen kann, diesen Weg zu finden oder ihren eigenen Weg auch zu finden. Es ist ja nicht gegeben, dass meiner jetzt der richtige ist, aber ich kenne eben beide Seiten und verstehe beide Seiten. Und das ist, glaube ich, das was  immer wieder so bereichernd ist, diese Veränderung zu beobachten.
 
Andreas:
Das heißt wir sind natürlich da wieder nicht nur bei der technischen Umsetzungs-Begleitung und sagen so könnte es gehen, sondern, weil du ja den Weg selber emotional, die Reise durchlebt hast und wieder dabei bist natürlich sie zu durchleben, kannst du natürlich jemanden auch emotional anders begleiten? Wenn jetzt jemand beim Lesen oder beim Zuhören auf den Gedanken kommt ich habe ja eigentlich auch so viel zu sagen und ich trau mich hier noch nicht oder ich weiß noch nicht, wie es gehen soll. Und ich bin ja kein geborener Verkäufer. All diese Dinge, was sind so die ersten ein, zwei Schritte, die man machen darf, kann, sollte vielleicht um zu sagen wie laufe ich los?
 
Christina:
Ich glaube, das Wichtigste ist erst mal bei sich selbst rein zu checken und zu schauen, was macht mir Freude? Ja, warum mache ich das Ganze? Weil dein Warum ist einfach eine sehr starke Antriebskraft und wenn es dann in die Umsetzung geht, was macht mir Freude? Was ist wirklich etwas, was ich jetzt über Monate, vielleicht Jahre auch durchziehen kann? Was kostet mich nicht so viel Energie? Das ist ja auch immer ein Thema, was wir leiseren Menschen nicht übersehen dürfen. Also natürlich kann ich 24 Stunden mit der Kamera vor der Nase Reels drehen, aber dann bin ich wahrscheinlich nach zwei Wochen kaputt. Ja, also als leiser Mensch und dann ist das vielleicht auch nicht mein Weg. Oder wenn ich merke, ich muss mich jedes Mal überwinden, einen Post zu schreiben, warum tue ich mir das an? Es gibt so viele verschiedene andere Möglichkeiten und Kanäle, über die man sichtbar werden kann. Also für mich ist sichtbar auch nicht Social Media. Ja, natürlich auch. Aber es muss nicht der einzige Weg sein. Und das ist, finde ich, sehr wichtig, weil ich immer wieder erlebe, dass Menschen sich so in etwas zwingen und dann ganz unglücklich sind und gar keine Energie und Freude mehr haben. Und dann ist das ganze Thema Marketing von vornherein kaputt für Sie. Ja und was auch immer sehr wichtig ist, nicht gleich mit den ganzen Taktiken, also der Umsetzung, zu beginnen, sondern wirklich so bei den Basics: Wer bin ich? Wer sind meine Kunden? Wo sind die überhaupt? Was brauchen die von mir? Wie sprechen die überhaupt? Ja, also das sind so Dinge, die bilden die Basis, das Fundament fürs Marketing.
 
Andreas:
Vielen Dank. Ich frage noch mal ganz explizit nach, Das heißt unternehmerischer Erfolg oder selbst Erfolg als Selbständiger geht auch ohne Social Media?
 
Christina:
Mit Sicherheit. Ja, da gibt es einige Beispiele.
 
Andreas:
Sehr schön. Ich kann das nur unterstreichen deswegen. Mir ist das nur wichtig gewesen, das noch mal so hervorzuheben, weil man heute ja das Gefühl hat, es geht nur noch über Social Media.
 
Christina:
Ja, natürlich. Natürlich ist ein sehr großer Druck da, da mitzumachen.
 
Andreas:
Ja, aber wie gesagt, wir beide sind, glaube ich, ein Beweis dafür, dass es auch ohne geht. Irgendwann kommt es vielleicht dazu, wenn es dann an Zeit ist, aber es muss nicht der erste Schritt sein.
 
Christina:
Genau.
 
Andreas:
Wenn du an leises Marketing denkst, ist die Frage ja auch immer schnell: kommt leiser Verkauf. Weil die Frage ist ja immer was ist zuerst da? Henne-Ei Diskussion. Das heißt also Marketing, Verkauf, Verkauf, Marketing, die Henne-Ei Diskussion. Wie siehst du das? Welche Fähigkeiten bringt eine leise Person mit, die ihr dann auch im Verkauf helfen können, nachdem sie ja dank deiner Unterstützung quasi sichtbar geworden ist?
 
Christina:
Ja, also ich sag immer, wir leisen Menschen haben eigentlich die besten Voraussetzungen für Marketing und wahrscheinlich demnach auch Verkauf, weil wir zuhören können. Ja, also wir müssen uns nicht immer in den Vordergrund drängen und uns selbst sprechen hören. Und das ist wirklich so eine wichtige Voraussetzung zu hören, was braucht der andere Mensch, was sagt der gerade und was heißt das? Und wir haben diese Fähigkeit, uns einzufühlen, Empathie zu zeigen, darüber nachzudenken. Und das sind wirklich so die zwei Grundpfeiler für gutes Marketing.
 
Andreas:
Danke dir! Welche Selbstzweifel durftest du auf deinem Weg überwinden?
 
Christina:
Oh Gott, wie viel Zeit haben wir? Nein! Also es gibt immer wieder natürlich Themen und ich glaube, ganz los bekommt man die nie. Man hat einfach Wege gefunden, damit umzugehen oder zu sagen: Egal, ich mach das jetzt trotzdem, auch wenn ich da irgendwie nicht gut mit klarkomme im Hinterkopf. Ja, ich glaube so die größten Selbstzweifel sind einfach: Wer will das denn überhaupt hören? Wer bin ich denn, dass ich mich da jetzt nach draußen stelle, gerade jemand, der es gewohnt ist, immer so in zweiter, dritter Reihe zu tanzen und nach dem Angestellten-Sein, natürlich, gerade was Social Media und so was anging? Oh Gott, wenn das jetzt mein Chef sieht oder wenn das der Kollege Soundso liest, der denkt ja, ich bin blöd, oder? Also diese Zweifel waren extrem da, natürlich. Und da ist es dann wirklich so, dass man sich überlegen darf, wer zahlt denn meine Miete? Ja, wer steht denn morgens für mich auf und sagt: Mensch, jetzt hast du das nicht gemacht wegen XY und niemand davon. Also muss man immer wieder bei sich bleiben und sagen Ich finde das gut. Für mich ist das in Ordnung. Meinen Kund*innen gefällt es ja, also kann mich XY überhaupt nicht interessieren.
 
Andreas:
Danke dir fürs Teilen. Ich glaube, das gehört einfach dazu. Genauso bei mir, den Weg muss man gehen. Die Stufe darf man Stück für Stück erklimmen, sozusagen. Und es hört nicht auf. Auf der anderen Seite sehe ich gerade auch das Thema Selbstzweifel auch als eine große Stärke an, wenn sie nicht soweit geht, dass sie mich im Handeln lähmt, sondern einfach die Frage zu stellen gehe: Was mache ich hier? Warum bin ich da? Kann ich das? Darf ich das? Wenn es dazu führt, dass ich mir mehr Fragen stelle, um dann quasi mir auch bewusster zu sein, was will ich erreichen? Warum tue ich das? Dann glaube ich, ist das eine tolle Sache. Die einzige Option glaube ich zu scheitern damit ist halt dann nichts zu tun. So wie du es sagst, kann ich dann auch keinen Kunden gewinnen. Was sind deine Ziele? Wo geht es für dich noch hin? Bevor wir jetzt zum Ende kommen Was ist das? Was sind die nächsten Schritte für dich?
 
Christina:
Also ich würde einfach gerne noch mehr Bewusstsein dafür schaffen, dass Marketing nicht dieses laute Tamtam und ich hau auf die Trommel und Tschakka tschakka ist. Das ist mir unheimlich wichtig, weil ich glaube, das ist immer noch nicht präsent genug. Es ist natürlich so, Wenn man auf Social Media sich bewegt, hat man das Gefühl: Ja, jeder weiß das schon. Aber wenn man dann mit den Menschen spricht, ist es wirklich so, dass sie sich immer noch sehr gefangen fühlen damit. Und so mein Traum, mein langfristiges Ziel ist, einfach mehr Menschen oder speziell auch Frauen zu empowern und zu zeigen: Ihr könnt das, zeigt euch, ihr seid es wert. Ihr dürft, ja. Also die ganzen Glaubenssätze eigentlich aufzulösen. Das geht schon ein bisschen übers Marketing hinaus. Es geht wirklich da ums Thema Selbstvertrauen und mehr nach draußen kommen.
 
Andreas:
Und die Gemeinschaft ist ja auch dann wieder das Förderliche einerseits zu verstehen: Ich bin nicht der Einzige, der diese Selbstzweifel hat. Heißt man kann sich natürlich da immer einen Rat auch ein stückweit anders geben. Aber überhaupt die Erkenntnis es geht anderen Menschen auch so, ist ja oft schon sehr wertvoll. Mal abgesehen davon, dass es sich immer in der Gruppe leichter vorwärts geht als natürlich alleine zu sein. Ja, ich glaube, das ist ja auch eine Stärke, sozusagen eine Community sich zu schaffen. Oder wie bei uns, wir nennen es das Rudel, und gemeinsam geht sich der Weg halt eben leichter. Eine letzte Frage habe ich noch an dich, weil es mich immer so interessiert. Welche drei Dinge würdest du heute anders machen, als du es gemacht hast? Wenn du heute noch mal starten würdest in deine Selbstständigkeit?
 
Christina:
Ja, gute Frage. Also ich glaube, ich würde mich mehr öffnen am Anfang. Also ich bin sehr, sehr eng reingegangen damals, obwohl ich immer Generalistin war im Marketing, dachte ich, ich muss jetzt etwas ganz Nischiges oder eine ganz, ganz konkrete Dienstleistung anbieten und habe dann irgendwann gemerkt, das schränkt mich zu sehr ein und das würde ich, glaube ich, nicht mehr machen. Und ich würde mir mehr Zeit lassen, wirklich auch meinen Markt kennen zu lernen. Also da bin ich jemand, der immer recht schnell in die Umsetzung gegangen ist. Also ganz untypisch eigentlich für Introvertierte, aber ich bin da eher so der Wenn-ich-eine-Idee-habe-dann-muss-sie-auch-raus-Typ und da habe ich einfach gelernt, warte manchmal vielleicht noch mal kurz ab und natürlich mir nicht so viel Gedanken zu machen, also da sind wir wieder beim introvertierten Thema, nicht ständig zu überlegen: Ist das jetzt gut oder nee, und der macht ja schon was Ähnliches, da kann ich doch jetzt nicht auch damit kommen. Und so weiter. Dieses Gedankenkarussell, das würde ich, glaube ich, bisschen reduzieren, weil am Ende des Tages, wir gehen alle raus und wenn wir nicht rausgehen, dann kann uns ja keiner sehen.
 
Andreas:
Dankeschön. Wenn ich mir jetzt und nach dem Interview die Frage stelle oder das Gefühl habe, ich muss mit dir in den Austausch gehen, weil du verstehst mich sozusagen, wie kann ich dich erreichen? Wie nehme ich am besten Kontakt mit der auf?
 
 
Ja, am besten über meine Website www.christina-jokilehto.de oder ich bin auch auf LinkedIn zu finden.
 
Andreas:
Perfekt. Vielen, vielen Dank für das Interview.
 
Christina:
Sehr gerne! Danke für deine Zeit.
 

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