Copy & Paste Akquise auf Instagram, LinkedIn & Co. – „Hey Andreas, ich will Dir auch nichts verkaufen…“

Copy & Paste Akquise auf Instagram, LinkedIn & Co. – „Hey Andreas, ich will Dir auch nichts verkaufen…“

Foto Tanja Brückner – Lesezeit: 5 Minuten

Wir kennen sie alle: die immergleichen Nachrichten zur Akquise bei Instagram, LinkedIn & Co. Sicher bekommst Du, so wie ich, am Tag auch mindestens eine dieser Nachrichten:

  • „Hey Andreas, darf ich Dir eine persönliche Frage stellen?“
  • „Hey Andreas, ich will Dir nix verkaufen, Du hammermäßiger Sympathieknochen…“
  • „Hey Andreas, ich erweitere mein Netzwerk und möchte Dir 30 Minuten maximalen Mehrwert geben.“

…und so weiter.

Die Bemühungen in allen Ehren. Aber mal davon abgesehen, dass diese Textbausteine schon ausgelutscht waren, als sie 2019 von der breiten Masse adaptiert wurden, so überholt sind sie im Jahr 2021. Warum? Gerade weil wir in den letzten anderthalb Jahren im Homeoffice täglich dutzende solcher Nachrichten bekommen haben und mittlerweile ein sehr gutes Gespür dafür entwickelt haben, wann wir Ziel von Copy & Paste Akquise werden.

Es funktioniert, aber zu welchem Preis?

 

Versteht mich nicht falsch: nach dem Gesetz der Zahl funktioniert diese Strategie nach wie vor in einem gewissen Maß. Wenn ich täglich meine 100 Nachrichten zur Akquise versende, werde ich sicher 3-5 Leute haben, die darauf anspringen. Die Frage ist, wie will ich täglich bei den übrigen 95 Menschen im Gedächtnis bleiben, wenn ich ein nachhaltig ein seriöses Geschäft aufbauen möchte.

Jetzt fragst Du Dich sicher, warum es dann trotzdem von so vielen gemacht wird. Man könnte fast davon ausgehen, dass es vielleicht gar nicht um nachhaltiges Geschäft geht. Böse Zungen könnten sogar behaupten, es ginge nur um das schnelle Geld. Gleichzeitig kommt die Frage auf, wie es plötzlich so viele vermeintliche Experten geben kann, die Dir zeigen, wie Du monatlich 6-stellige Umsätze und hunderte Leads generierst. Genauso gibt’s aber natürlich auch durchaus seriöse Selbstständige und Unternehmer*Innen, die diese Taktik verfolgen, weil ihnen suggeriert wird, es gäbe keinen anderen Weg. Spoiler: den gibt es!

 

Niemand von uns mag 0815!

 

Weder Du noch ich wollen gerne behandelt werden wie jeder andere. Wenn wir auf der Kundenseite stehen, wollen wir genauso Individualität und explizite Aufmerksamkeit. Weshalb also als Verkäuferin oder Verkäufer das 0815 Akquise Tonband abspulen? Der Großteil von uns weiß mittlerweile, dass Emotionen grundentscheidend beim Verkauf sind. Und genau deswegen ist es wichtig weg vom Druckverkauf hin zu individuellen Gesprächen mit Empathie zu finden.

Akquise auf LinkedIn, Instagram & Co. ist in Ordnung. Aber nimm Dir vorher die Zeit, zumindest 1-2 individuelle Informationen in Deine Ansprache einzubauen, die Du über das Profil der Person erfährst. Zeig wirkliches Interesse jenseits einer Umsatzzahl an Deinem Gegenüber und baue Sog zu ihm/ihr auf.